Meine persönliche Fütterungs- und Gesundheitsphilosophie
Als Neuling in der Hundehaltung (sieht man einmal von den Hunden meiner Kindheit/Jugendzeit ab) hatte ich keinerlei Ahnung, wie man einen Hund ernährt. Längst hatte sich ja Fertigfutter in Trocken- und Naßform durchgesetzt, so dass auch ich in dieser Form fütterte. Das beste und teuerste Futter (bzw. das am meisten beworbene) war gerade gut genug für meine kleine Toscany. Sie "dankte" es mit Blähungen, Durchfall, Schleimkot, Fressunlust, Bauchweh und -grummeln, übermäßigem Grasfressen, so dass ich anfing, mir über eine andere Fütterung Gedanken zu machen.
Glücklicherweise hatte ich schon damals gelegentlich internet-Zugang, ich stieß auf diverse Hundeforen, in denen auch die Fütterung der Hunde ein heiß diskutiertes Thema war. Hier las ich erstaunt zum ersten mal, dass neben den diversen Rindfleischsorten und -innereien auch rohes Geflügel gefüttert werden kann. Keine Gefahr durch bislang so verteufelte splitternde Knochen: die Hähnchen sind maximal 6 Wochen alt bei der Schlachtung, da sind die Knochen noch weich und verdaulich. Die Knochen eines alten Suppenhuhns sollte man allerdings nicht verfüttern, die sind tatsächlich zu hart und können splittern.
Nun, nach und nach stellte ich die Fütterung auf diverses Frischfleich, gelegentlich Reis, Gemüse, Obst, gute Öle und diverse Zutaten um, der Spuk der Verdauungsprobleme war fortan verbannt. Inzwischen füttere ich nun die 3. Generation überwiegend frisch, die Welpen werden ebenso aufgezogen und ich meine, meine Hunde erfreuen sich bester Gesundheit. Verdauungsprobleme hat es seither nicht mehr gegeben, alle sind gut gewachsen, starkknochig, fit, leistungsfähig und haben ein schönes Haarkleid.
Ich respektiere die Futtervorlieben meiner Hunde, weil ich ihnen eine gewisse Instinktsicherheit noch zutraue: Quebelle ist der absolute Hähnchenflügelfan, Thetis ein Gemüsemuffel, Whitney der allesverdauende "Staubsauger" und auch Esprit immer dankbar für jegliches Futter. Sie konnte man zwischen den Rennen mit einer kaliumreichen Banane wieder stärken.
Ich füttere weder nach Tabellenangaben, nach %-Angaben im Verhältnis zum Körpergewicht oder nach irgendwelchen "das-braucht-der-Hund"-Behauptungen, sondern unter der Berücksichtigung, dass der Hund Urahn des Wolfes ist und somit ähnliche Nahrungsbedürfnisse wie dieser hat, möglichst frisch (ungekocht) und mit hohem Fleischanteil. Es gibt keine Futtermittel aus dem Zoobedarf, auch keine Leckerchen, die sind mir alle zu pestizid- und milbenbelastet. Ich kaufe ausschließlich in Lebensmittelqualität. Zudem kann ich den Hundefutterkauf gleich mit meinem Lebensmittelkauf verbinden:
Rinderhack, Herz, Leber, Hähnchenflügel oder Hühnerklein, Milchprodukte (Quark, Butter, Sahne), frische Kohlrabi und Möhren werden sehr gerne genommen, geriebener Apfel..... Daneben gelegentlich gute Öle unters Futter, auch mal Reste aus der eigenen, gewürzarmen Küche. Als Snack zwischendurch lieben alle richtig hart getrocknetes (Vollwert-)Brot. Lediglich den Pansen kaufe ich tiefgefroren im Raiffeisenmarkt. Selten mische ich die einzelnen Futterkomponenten, so haben die Hunde die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse an bestimmten Mineralien und Vitaminen selbst zu ermitteln.
Winterliche Gefahr einer Halsentzündung wird mit naturreinem, kaltgeschleuderten Honig gebannt, gelegentlicher Beimischung von Hagebuttenschalen, möglicher Mineralstoffmangel mit grüner Heilerde (und der Erlaubnis, Erde zu fressen, was vielen Hunden mittlerweile verwehrt wird), einen Vitaminschub zum Frühjahr gibt es durch feingehacktes Brennesselkraut im Futter.......
Sprüche zu verzweifelten, ratsuchenden Hundehaltern, deren Hund Fress- und Verdauungsprobleme hat, die in dem Satz enden "es ist noch kein Hund vor vollem Napf verhungert" oder "der treibt ein Machtspielchen mit Ihnen" jagen mir lediglich kalte Schauer über den Rücken, die Hunde, ansonsten oft verhätschelt und getätschelt, werden mit ihren Verdauungsproblemen allein gelassen.
Gesunde Hundefütterung ist kein unergründliches Geheimnis, welches nur noch die Industrie zu beherrschen weiss, sondern ein Zusammenspiel von gesundem Menscherverstand und dem Wissen, dass der Hund ein Carnivore (Beutefresser) ist, der in der freien Natur auch kein Lagerfeuer zur Nahrungszubereitung entfacht oder sich eine Konserve öffnet.
Ein frisch ernährter Hund hat keine Probleme mit Wurmbefall, selten bis garnicht Zecken oder andere Fell-/Hautparasiten. Diverse vorbeugende Mittel sind IMMER Gift für den gesamten Organismus und belasten und schwächer daher eher als dass sie nachhaltig helfen.
Da schaut die Pflegekatze ganz neidisch auf die frischen Hähnchenschenkel