Gedanken zu.......
......dem chippen
solange es irgendwie möglich/zulässig ist, werden die Welpen bei mir tätowiert. Das Whippetohr ist innen hell und die Täto-Nummern gut lesbar, auch noch nach Jahren. So ist bei dem Hund schon bei der ersten Überprüfung seiner Identität auch ohne ein technisches Hilfsmittel für jeden Laien erkennbar, dass er eine Vereinszugehörigkeit hat.
Das Setzen eines Chips, gerade beim Windhund mit seinem fehlenden Fettgewebe stellt immer auch ein Risiko dar. Angefangen von der nur optisch unschönen Beule, die ein Chip verursacht bis hin zu den sehr ernst zu nehmenden Wanderungen des Chips in Körperregionen, in denen er erhebliche Probleme bereiten kann. Zudem gibt es eine Vielzahl von gechippten Hunden, bei denen er nicht mehr auffindbar ist.
Wenn die Welpenkäufer den Hund dann in erwachsenem Alter chippen lassen, ist sowohl die Gefahr des Wanderns wie auch die einer sehr unangenehmen Erfahrung bei so einem kleinen Welpen minimiert. Das gekonnte Tätowieren mittels des Zuchtwartes ist viel weniger belastend, als der manchmal als recht unangenehm empfundene Chip.
Meine Meinung hierzu habe ich mir aufgrund von -seriösen- Schilderungen anderer Züchter (auch anderer Rassen) und meinen eigenen positiven Erfahrungen mit dem Tätowieren gebildet.
Einen interessanten Bericht,im Hinblick auf eine mögliche Krebsgefahr durch den Chip findet man auch bei www.kritische-tiermedizin.de (Unter dem Artikel: Microchips bei Tieren erzeugen möglicherweise Krebs)
........der Entfernung der Daumenkralle
mit der Änderung des TSchG im Jahre 2001 und Verschärfung des Tierschutzgedankens ging auch die Behauptung um, es sei nicht mehr erlaubt, den bis dato bei ALLEN Whippets und einigen anderen Windhundrassen gleich nach der Geburt entfernten Daumen nun nicht mehr abnehmen zu dürfen. Viele Züchter folgten dieser Behauptung und nahmen sie ungeprüft als Fakt an. Andere waren zwar aufgrund der erheblichen Verletzungsgefahr der Daumen sehr unglücklich, gaben sich aber ebenfalls mit dieser Behauptung zufrieden.
Die Entfernung der Daumenkrallen bei den Windhunden, insbesondere den Whippets war niemals aus kosmetischen Gründen geschehen. Sie hat eine lange Tradition, gewachsen aus den Erfahrungen langjähriger Windhundhaltung, in der es immer wieder zu schmerzhaften Abrissen der Daumenkrallen nicht nur im Windhundesport, sondern auch im ganz normalen Freilauf kam.
Mit diesem Wissen aus den Schilderungen anderer, viel erfahrenerer Windhundhalter als ich konnte ich den Behauptungen, dass durch die Gesetzesänderung das Absetzen der Daumenkrallen generell verboten sei, nicht recht glauben.
Das Dt. TSchG von 2001 ist umfassend kommentiert worden. Der Jurist Hans-Georg Kluge (derzeit Staatssekretär in einem brandenburgischen Ministerium) und der Veterinärmediziner Prof. Jörg Hartung (Tä Hochschule Hannover) haben sich dessen angenommen. Schon aus dieser Kommentierung konnte ich herauslesen, dass das Gesetz Ausnahmen vom Verbot der Unversehrtheit zulässt, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.
Um mich endgültig der Rechtmäßigkeit der prophylaktischen Daumenentfernung zu versichern, nutzte ich dann noch die Möglichkeit, durch ein paar nette Empfehlungen mit dem Staatssekretär Kluge und Prof. Hartung telefonieren zu können. Prof. Hartung bestätigte mir uneingeschränkt, dass das Absetzen der Daumenkrallen auch weiterhin (durch einen TA) nach dem Gesetz erlaubt sei. Auch er war sich nämlich der Tatsache bewußt, dass diese -oftmals wie bei einem Kampfhahn- abstehende Daumenkralle so stark verletzungsanfällig ist, dass das prophylaktische Absetzen gleich nach der Geburt eine sinnvolle Maßnahme ist, um das Tier vor weitaus größerer Schädigung, wie sie bei einer Verletzung im Erwachsenenalter entsteht, zu schützen.
Dass diese Ausnahme vom Gebot der Unversehrtheit eine sinnvolle ist, konnte ich vielfach feststellen. Sowohl bei den offiziellen Coursings des DWZRV gibt es immer wieder abgerissene Daumenkrallen (kürzlich gleich bei 2 Hunden beim Trautskirchener Coursing), als auch bei zahlreichen Hunden, die einfach einen normalen Freilauf mit spielen und toben geniessen dürfen. Es gibt Whippethalter, die das Haus mit ihren Hunden nicht verlassen, ohne ihnen zuvor die Daumenkralle zu fixieren (und damit gleichzeitig den ungehinderten Blutfluss stören).
......dem "Massenverschleiß"
bin ich eigentlich die Einzige, deren Augen sich vor Entsetzen weiten und der der Atem stockt, wenn sie so manche Whippetschicksale verfolgt?
Da gibt es Halter, die regelrecht eine Spur des Todes mit mindestens 4 frühstverstorbenen Hunden und der regelmäßigen Entsorgung mindestens 5 weiterer hinter sich herziehen; andere, die regelmäßig anschaffen, entsorgen, neu anschaffen....
"Züchter", die erst mal züchten und dann überlegen, ob es überhaupt "ihre" Rasse ist, die sich von der 1. Zuchthündin gleich wieder trennen, sogar den ganzen Wurf samt Mutter "entsorgen", die mindestens eine weitere Rasse züchten, das aber lieber unauffällig unter einem anderen Zwingernamen machen; Züchter, die wenig bis nichts beim Welpeninteressenten hinterfragen und so einige ihrer Hunde in Vermehrer- und Wildzuchten landen.
Die heile Whippetwelt ist entgültig zerstört.
Vor wenigen Jahren gab es praktisch keine "Whippets in Not". Die wenigen, die ihr Zuhause wg. familiärer Umstände verloren, waren schnell wieder vermittelt, meist ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durch ihre eigenen oder befreundete Züchter.
Heute ist der Markt so voll und unübersichtlich, dass der Whippet aus Wildzucht, aus Zuchtauflösung oder als Notfall dem sorgfältig aufgezogenen und aus sinnvoller Verpaarung entstandenen Welpen längst den Rang abgelaufen hat und auch die Züchter, die sich bislang der Einzelschiksale verpflichtet gefühlt und geholfen haben, längst kapituliert haben.
Und keinen interessiert es, es wird fleißig weiterproduziert, noch mehr Welpen, noch mehr Würfe, noch mehr Züchter.....