Zuchtphilosophie, Aufzucht und Würfe

in erster Linie bin ich Privatperson, die der Rasse Whippet seit nunmehr über 15 Jahren verfallen ist. Meine Hunde sind also zunächst und ausschließlich geliebte und nach meinem besten Wissen und Gewissen rassegerecht gehaltene Familienmitglieder.

 

Da ich aber immer gerne eigene Nachzucht haben möchte und inzwischen auch eigene Vorstellungen von der Aufzucht mit möglichst geringer chemischer Belastung (Impfungen, Wurmkuren) entwickelt habe, daneben noch meiner Farbvorliebe treu bleiben möchte, gibt es gelegentlich einen Wurf. Das bedeutet, dass meine Hündinnen grundsätzlich nur einmal einen Wurf haben. Diesen auch nicht vor dem 3.-4. Lebensjahr, wenn sie sich -hoffentlich- im Ausstellungsring und beim Sport beweisen konnten.

Die Welpen wachsen in engem Familienanschluss auf, werden bestens sozialisiert und auf das Leben vorbereitet, indem ihnen rechtzeitig Kontakt zu anderen Menschen jeden Alters, zu Hunden und anderem Getier ermöglicht wird. Da wir in einer kleinen Neubausiedlung wohnen, ergibt sich dies fast automatisch.

Durch unser Ferienhaus mit riesigem Grundstück in ländlicher Umgebung lernen sie auf der anderen Seite die Natur mit -fast- grenzenloser Freiheit kennen und autofahren ist ihnen mehr als vertraut. All meine Hunde sind richtige Autofreaks.

 

Da auch meine erwachsenen Hunde mit Frischfutter ernährt werden, werden die Welpen erst recht damit großgezogen. Neben viel frischem Fleisch, Knochen (vor allem Hähnchenflügel) gibt es in den ersten Lebenswochen, wenn ich mit der Zufütterung von Frischfleisch anfange, auch viel Ziegenmilch, Honig (Gelee Royal) und Ei. Chemische Wurmkuren kommen nur dann zum Einsatz, wenn die Welpen nicht recht gedeihen. Das war beim A-Wurf nicht nötig. Sie haben stets sehr gut gefressen, hatten niemals Durchfall und bei den 3 Welpen, die  Würmer hatten, sind diese von alleine abgegangen, unterstützt mit Kokosöl und Karotten.

Geimpft wurde erstmalig nach Verbandsvorschrift in der 10. Woche vor Wurfabnahme. Das stellt kein Problem dar, da ich vor der 12. Woche sowieso keinen Welpen abgebe. Ich vertrete die Auffassung, dass sie in der Gemeinschaft des Rudels und vor allem im Verband ihrer Geschwister am allerbesten den adäquaten Umgang mit Artgenossen lernen. Die Menschenprägung geschieht ja ganz zwangsläufig nebenher durch die Haltung und Aufzucht im Haus, die Besuche von Freunden und Welpeninteressenten und die ersten kleinen Leinenausflüge.

 

Unter züchten verstehe ich nicht nur die reine Produktion von Welpen, sondern die Bemühungen, mit der Verpaarung von erstklassigen Elterntieren auch eine entsprechende Nachzucht zu erhalten. Ich lege dashalb Wert darauf, dass sich meine Hunde in Zuchtschauen erfolgreich durchsetzen konnten, optimalerweise nachgewiesen durch die entsprechenden Schönheitschampionate. Aber auch ein schöner Whippet ist für mich  nur ein halber Whippet, wenn er nicht auch im Arbeitsbereich nachweisen kann, dass er noch zu dem fähig ist, was ihm als ursprüngliche Aufgabe in den Anfängen seiner Reinzucht zugedacht war: die Jagd nach Karnickeln und Hasen. Dieser Aufgabe kommt er heute in der Jagd nach dem künstlichen Hasen, dem Coursing, nach. Mit meinen Hunden mache ich daher die Renn- und Coursinglizenz, gehe mit ihnen aber fast ausschließlich zum Coursing, da sie hier am besten ihre Geschicklichkeit und Wendigkeit unter Beweis stellen können. Bislang hatten wir das Glück, dass alle unverletzt und auch erfolgreich diesen Sport ausgeübt haben.

In dem Bemühen, auch weiterhin in meiner Zucht das im Standard vorgegebene Größenlimit einzuhalten, achte ich auf standardgroße Elterntiere; insbesondere die Hündin muss stets als solche zweifelsfrei zu erkennen sein, eher klein, feminin, aber dennoch von guter Substanz des Körpers und der Knochen.

Gangwerksstudie und Typgleichheit

dank des fotografischen Einsatzes meiner Freunde kann ich eine schöne Gangwerksstudie von Großmutter, Mutter und Enkeln zeigen, die gleichzeitig auch den einheitlichen Typ sehr gut verdeutlicht. Dabei ganz offensichtliche Übereinstimmung der Körperhaltung von Mutter und Sohn (Quebelle und Balin) einerseits und Großmutter und Enkelin (Thetis und Bellis) andererseits:

Quebelle
Quebelle
......und Balin
......und Balin
Thetis (hier schon 12-jährig)
Thetis (hier schon 12-jährig)
........und Bellis
........und Bellis

Die Würfe:

A-Wurf (Ch. Thetis vom Kleinen Berg x Ch. Forrest vom Kleinen Berg)

der A-Wurf fiel am 26. April 2009 mit 3 Rüden und 3 Hündinnen (Aaron, Arnaud, Ashton und ABBA, Arwen, April). Alle Welpen haben sich gut entwickelt und sind nach einigen Anfangsschwierigkeiten und Rückgabe einer Hündin von einer "Sammlerin" nun allerbestens untergebracht. Sie haben ihre Familie gefunden, in der sie geliebt und rassegerecht gehalten werden. Sie werden alle weiterhin frisch gefüttert und dürfen auch ihre Neigungen im Renn- oder Coursinggeschehen ausleben. Aktiv in Ausstellungen sind die beiden bei mir verbliebenen, April und Ashton, ABBA (nun Amber) und gelegentlich Aaron. Sie haben bereits sehr schöne Ergebnisse erzielt; u.a. Verbandsjugendsiegerin, 2 Jugendchampionate, mehrere Landesjugendsiegertitel, die ersten CAC's, und mehrere Res-CAC's, zwei CACIB und fast ausschließlich V-Bewertungen, meist in der Platzierung.

Erfreulicherweise habe ich zu allen Besitzern freundschaftliche, regelmäßige Kontakte und die kleine Whippetfamilie trifft sich gelegentlich und erneuert die Familienbande.

 Quebelle mit ihren kleinen Halbgeschwistern

die Bande im Alter von ca. 8 Wochen

Aaron wird "Landesjugendsieger Hessen-Thüringen 2010"

Amber (ABBA) wird ebenfalls erfolgreich ausgestellt

Arnaud genießt seinen Sessel, ist aber nun auch längst erfolgreich aktiv im Ausstellungs- und Sportbereich (Champion für Schönheit und Leistung, Berechtigung zur Gebrauchshundeklasse, S&L gekört)

die kleine Schönheit Hannah (Arwen) hatte einen Fototermin

auch April und Ashton schauen erwartungsvoll in die Zukunft

(Foto von A. Kiefer, Hundeimpressionen)

B- Wurf ( Ch. Quebelle vom Kleinen Berg x Ch. Ronan vom Kleinen Berg)

B-Wurf im Alter von 8 Wochen
B-Wurf im Alter von 8 Wochen

Der B-Wurf fiel am 18.5.2012 mit leider nur einer Hündin und 4 Rüden. Dieser Wurf brachte uns den Beinamen "the clones" ein, weil er dermaßen einheitlich in Zeichnung, Aussehen (Ausdruck) und Größe war, dass man als Aussenstehender die Welpen kaum zu unterscheiden wußte. Später spaltete sich das Aussehen auf, indem Rüde Barnaby seinem Vater Ronan, sehr, sehr ähnlich ist, Balin immer noch ein Klon seiner Mutter, und Bellis und die beiden Jungs Benaja und Berkeley irgendwo dazwischen liegen. Alle sind schön im Maß geblieben, vollzahning und Hodenfehlerfrei. Balin bislang der Erfolgreichste mit mehreren Ju-CAC's, Ju-BOB's und Ju BIS. Bellis allerdings sogar einmal beste Hündin gegen die Erwachenenklasse, Barnaby meist platziert , die beiden anderen sind Familienhunde ohne Ausstellungsambitionen (leider). Schauen wir, was nun die Zukunft bringt, insbesondere auch im Hinblickauf die sportliche Karriere.